Mal wieder ein paar Neue…

Der erste Schritt auf dem Weg zum zweiten Staatsexamen sind noch vor Beginn der ersten Station die Einführungslehrgänge. Aber was sind das eigentlich, Einführungslehrgänge?

 

„Die Einführungslehrgänge bereiten auf die anschließende Praxisausbildung vor. Sie vermitteln schwerpunktmäßig die verfahrensrechtlichen und – soweit notwendig – ergänzend die materiell-rechtlichen Kenntnisse, die für eine intensive und zunehmend selbständige Mitarbeit im Dezernat des Stationsausbilders erforderlich sind.“

 

Soweit die Theorie. Tatsächlich ist der Einführungslehrgang Zivilrecht jedoch so viel mehr als das. Diese ersten vier Wochen sind die Zeit in denen man die Menschen kennen lernt, mit denen man diesen Weg die nächsten zwei Jahre gemeinsam gehen wird. Die Zeit in denen man ein Stück weit ein Team werden kann. Denn ein Team zu sein ist gerade bei der klassischen juristischen Ellenbogenmentalität, in der oftmals ein jeder dem anderen den Punkt mehr vom Butterbrot neidet, ein unsagbarer Vorteil. Wer lernt gemeinsam zu arbeiten und andere zu unterstützen, dem werden auch andere helfen. Wo der eine nicht weiter weiß hat der andere vielleicht einen hilfreichen Einfall.

 

Als wir am ersten Tag vor der Bibliothek des Landgerichts auf unsere Begrüßung warteten standen wir nun also da. Zehn grundverschiedene Menschen mit unterschiedlichen Geschichten in einem Kreis, alle nervös ob der Dinge die da auf uns zukommen würden, alle unsicher wie wir die Herausforderung Referendariat am besten angehen sollten.

 

Zwei Wochen später fanden wir uns in einer ganz ähnlichen Situation wieder. Wieder standen wir alle in einem Kreis, schauten uns unschlüssig an und warteten auf eine Erklärung was wir nun tun sollten. Einzig der Ort hatte sich geändert, denn dieses Mal standen wir nicht gut angezogen vor einer Tür im Gericht sondern in Turnschuhen auf einer Kegelbahn.

Zunächst waren wir alle unsicher, vielleicht sogar ein wenig schüchtern, will sich doch schließlich keiner blamieren. Aber wir lernten von einander, wir lachten miteinander und die anfängliche Anspannung ließ langsam nach. Letzten Endes war vielleicht keiner von uns ein neuer Stern am Kegelhimmel, aber wir hatten viel Spaß.

 

Was einige Fehlwürfe und ein paar Volltreffer an diesem Nachmittag waren, das waren die juristisch lehrreichen Vormittage, Begrüßungen beim Präsident des Landgerichts und dem Oberbürgermeister, eine sehr unterhaltsame Stadtführung, gemeinsame Mittagessen, eine nachgespielte Verhandlung, eine Ausfahrt ins Gefängnis und eben der Frühjahrsausflug des Gerichts mit Wanderung und anschließendem Kegeln für unseren Start ins Referendariat. Wichtige Schritte, die uns viel beigebracht haben und die uns geholfen haben von der schüchternen Runde am ersten Tag zu einem Team zu werden.

 

 

 

Advertisements