Die ersten Schritte im Referendariat

Am 1. Oktober 2020 war es soweit: Wir, die AG III, haben unser Referendariat in Ellwangen begonnen.

Nach einer herzlichen Begrüßung von der Ausbildungsleiterin Frau Grimm-Hanke machten wir uns direkt an die Arbeit. Der Einführungslehrgang Zivilrecht dauerte etwa 4 Wochen, in denen wir uns vormittags im Referendarhaus trafen. Primär wurden wir natürlich in die ZPO eingeführt, haben unterschiedliche Urteilsarten kennengelernt und den gesamten Zivilprozess aufgearbeitet. Jedoch blieb uns immer auch genügend Zeit, uns gegenseitig kennenzulernen – während Gruppenarbeiten oder beim gemeinsamen Mittagessen.

Das Referendarhaus, das nicht nur mit einer gut ausgestatteten Bibliothek punkten kann, sondern auch mit einer eigenen Küche und einer Tischtennisplatte, ermöglichte uns in den ersten Wochen auch Präsenzunterricht. Die Räume sind groß genug um ein Hygienekonzept einzuhalten. Außerdem ist es werktags für uns Referendare frei zugänglich und bietet ausreichend Arbeitsplätze für das Selbststudium. Auch Parkplätze direkt vorm Haus sind für uns Referendare reserviert.

Leider wurden die Corona-Regeln bezüglich des Unterrichts geschärft und wir treffen uns für den AG-Unterricht nur noch online. Doch auch wenn anfangs vor allem die Dozenten von diesem Konzept abgeschreckt waren, können wir bisher nur Positives berichten. Der Online-Unterricht steht dem Präsenzunterricht fachlich um nichts nach. Gerade weil in Ellwangen im Vergleich zu anderen Standorten eher kleine Gruppen das Referendariat antreten, findet online genauso ein Diskurs statt wie im Präsenzunterricht. Sowieso durften wir uns von der Anonymität der Hörsäle verabschieden, was für uns alle eine willkommene Abwechslung ist. Dies bietet vor allem uns die Chance, im regen Austausch mit den Dozenten zu stehen und unsere Belange, Fragen und Anmerkungen finden jederzeit ein offenes Ohr.

Auch war es für uns trotz der Pandemie möglich, am Zivilgericht die Ausbildung zu genießen, den Verhandlungen beizuwohnen und diese auch selbst zu leiten. Jeder von uns wurde einem Richter/ einer Richterin zugewiesen, wir wurden persönlich betreut und durften regelmäßig Akten bearbeiten. Zwar finden wegen der Pandemie weniger Verhandlungen statt, jedoch haben unsere Ausbilder und Ausbilderinnen immer Wege gefunden, uns die Arbeit im Zivilgericht näher zu bringen.

Nun beginnt für uns bereits die Strafstation bei der Staatsanwaltschaft, wieder eingeleitet mit dem Einführungslehrgang und einem Plädierkurs. Da wir den Online-Unterricht schon so gewohnt sind, sehen wir uns dadurch in unserer Ausbildung nicht eingeschränkt. Außerdem dürfen wir bei unserer Dozentin Frau Koller an den Sitzungstagen im Gericht teilnehmen und werden so die praktische Arbeit der Staatsanwaltschaft kennenlernen, bevor wir selbst vorne stehen dürfen.

Unsere Ausbildungsleiterin ist über die fachliche Arbeit hinaus uns immer eine Ansprechpartnerin. Ob es individuelle Zuweisungswünsche zu den Amtsgerichten im Gerichtsbezirk oder Klausurtipps sind, wir fühlen uns hierbei unterstützt. Durch unsere Gruppengröße hat sich schnell eine freundschaftliche Gemeinschaft entwickelt, in der wir uns beistehen um diesen neuen Lebensabschnitt gemeinsam zu meistern. Dazu haben auch Veranstaltungen wie eine gemeinsame Stadtführung durch das für viele neue Ellwangen beigetragen, sowie die Begrüßung durch den Ellwanger Bürgermeister.

Wir freuen uns jetzt schon, die neuen Referendare und Referendarinnen kennenzulernen und sind gerne bereit, die anfangs unendlichen Fragen zu beantworten!