Wir sind angekommen :)

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Am 04. Oktober 2016 hat die Arbeitsgemeinschaft IV ihren Dienst beim Landgericht Ellwangen angetreten. Das ist deshalb etwas besonderes, weil in den vergangenen sieben Jahren mangels Nachfrage keine Einstellungen mehr zum Herbsttermin erfolgt sind. Fast alle der 14 „Neuen“ haben sich aber den Ausbildungsstandort Ellwangen explizit gewünscht – und das, obwohl neun von uns das Erste Juristische Staatsexamen in anderen Bundesländern abgelegt haben. Das Referendariat in Baden-Württemberg, insbesondere in Ellwangen, ist also attraktiver geworden. Nicht ohne Grund: wir wurden von allen Seiten herzlich aufgenommen. Sowohl der Landgerichtspräsident als auch der Oberbürgermeister haben uns persönlich begrüßt.

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Außerdem haben wir eine recht unterhaltsame Stadtführung durch Ellwangen bekommen. Auch die Vorgänger-AGs haben sich viel Mühe gegeben, damit wir uns willkommen fühlen. Ganz besonders freuen wir uns über die Einladung vom Landgericht zur Herbstwanderung am 20. Oktober. Danach ist der Einführungslehrgang auch schon zuende, sodass wir endlich in die Pflichstation bei den Zivilrichtern starten können.

Wir möchten uns auf diesem Weg über den herzlichen Empfang in Ellwangen bedanken und freuen uns auf die kommenden zwei Jahre!

Studienfahrt in Liverpool

Vom 20. bis 25. August fand unsere Studienfahrt statt. Das Ziel der Reise wurde letztendlich Liverpool. Mit Ausnahme von zwei Referendaren, welche leider krankheitsbedingt kurzfristig absagen mussten, starteten wir in voller Anzahl durch. Trotz verpasstem Anschlusszug am Flughafen Manchester konnten wir am Abend erfolgreich einchecken und unsere Zimmer bzw. die „Penthouse-Suite“ beziehen. Neben jeder Menge privater Freizeitgestaltung stand natürlich in erster Linie Juristisches Programm auf dem Plan:

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Der Anfang machte der Besuch eines Gerichts in Liverpool, die Queen Elizabeth II Law Courts. Wir wurden direkt als Zuschauer in Strafrechtsverhandlungen gebeten und durften einen Einblick in dessen Ablauf gewinnen. Besonders interessant und auch amüsant waren die weisen Perücken der Anwälte, welche an Gerichtsverhandlungen vergangener Jahrhunderte erinnerten. Abseits des Aussehens der Verfahrensbeteiligten waren jedoch auch die Engländer im aktuellen Jahrhundert angekommen, so durften wir einer Vernehmung per Live-Schaltung in eine Haftanstalt beiwohnen.

Als nächstes wollten wir ein Museum mit rechtshistorischem Hintergrund besuchen und entschieden uns somit für das Slavery Museum. Man konnte sehr beeindruckend einen Einblick der Sklaverei bis in die heutige Zeit gewinnen. Neben vielen Exponaten gab es auch Videos mit Interviews und Erzählungen zum Thema zu begutachten.

Neben dem letzten geplanten Ausflug in die Juristerei, die juristische Fakultät der University of Liverpool, blieb natürlich noch jede Menge Zeit um diverse nicht-juristische Sehenswürdigkeiten in Liverpool zu besichtigen.

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Die Studienfahrt war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg. Unsere Gruppe kennt sich jetzt besser und ist dank des gemeinsamen Ausfluges auch ein gutes Team geworden. Wir sind froh die Möglichkeit einer Studienfahrt vom Landgericht bekommen zu haben und können allen weiteren Referendaren eine eigene Studienfahrt nur ans Herz legen!

Besuch der JVA Schwäbisch Hall

Mit unserer neuen Ausbildungsleiterin, Frau Richterin am Landgericht Grimm-Hanke, besuchten wir Referendare der AG I und II die JVA Schwäbisch Hall. Die JVA Schwäbisch Hall ist eine moderne multifunktionale Anstalt mit einer Belegungsfähigkeit von ca. 442 Gefangenen im geschlossenen und offenen Vollzug. Die JVA in Hall hat eine lange Tradition. Bereits 1839 mit der Einführung eines neuen Württembergischen Strafgesetzbuches entstand in Schwäbisch-Hall ein Gefängnis. Die heute genutzte Haftanstalt wurde im April 1998 aus der Altstadt verlagert, modernisiert und ist seitdem eine multifunktionale JVA.

Der Leiter der JVA, Herr Mathias Rössle, erklärte uns zunächst das Leitbild der JVA im Verwaltungsgebäude und nahm sich unserer Fragen an. Anschließend führte er uns durch die einzelnen Bereiche. Wir erhielten Einblicke in Räumlichkeiten, die den Häftlingsalltag prägen: wir durften die Besuchsräume, die einzelnen Haftzellen, die Kirche und Teile des Geländes besichtigen. Besonders interessant war der Einblick in die Krankenstation des Gefängnisses und das Gespräch mit einem Arzt der JVA. Es hat sich uns eine abgeschlossene Stadt in der Stadt gezeigt.

Den Tag ließen wir – froh, entlassen worden zu sein – im Sudhaus ausklingen.

Besuch der Landeserstaufnahmestelle Ellwangen

Im April 2015 öffnete die alte Reinhardt-Kaserne erneut ihre Pforten- als Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge. Einige Referendare/innen, Richter/innen des Amtsgerichts und Landgerichts Ellwangen sowie eine Fachanwältin für Ausländer- und Asylrecht legten zu Fuß den Weg vom Referendarshaus in der Ellwanger Innenstadt zur LEA vor den Toren Ellwangens zurück. Bereits dieser kleine Marsch zeigte uns, dass die Flüchtlinge einen ordentlichen Marsch auf sich nehmen müssen, um einkaufen zu gehen oder um über WLAN am Fuchseck Kontakt zur Heimat aufnehmen zu können. Fernab von einer politischen Diskussion über den Umgang mit den Flüchtlingsströmen, zeigten sich uns die realen Probleme, die in und im Zusammenhang mit einer LEA auftreten: wie kann die LEA ihr Belegungsmaximum halten? Wie ist mit den unterschiedlichen ethnischen und religiösen Gruppen umzugehen, die alle an einem Ort leben? Was kann man tun, dass die Bevölkerung und die Flüchtlinge harmonisch neben- und miteinander leben? Zielführende Antworten konnten wir nach dem Besuch leider nicht geben. Allerdings konnten wir feststellen, dass die Mitarbeiter der LEA ihr Bestmöglichstes geben, um allen gerecht zu werden.

Nach dem Besuch gab uns Frau Rechtsanwältin Ingrid Hönlinger aus Ludwigsburg einen Einblick in ihr Fachgebiet Ausländer- und Asylrecht. Ein interessanter und spannender Vortrag, der die rechtlichen Grenzen und Schwierigkeiten in diesem sensiblen Bereich veranschaulichte.

Fazit des Tages: Eine Brücke an das Ufer dessen zu bauen, was sowohl rechtlich als auch politisch realisierbar ist und an das Ufer dessen, was humanitär erforderlich wäre, ist wohl kaum möglich.

FaceLifting der Homepage!

 

Endlich ist es soweit- die Homepage der Rechtsreferendare Ellwangen hat ein neues Outfit bekommen. Wir möchten mit dem neu eingeführten Blog unseren Alltag als Referendare näher bringen und die ein oder andere Aktivität verewigen, die wir gemeinsam im Rahmen der Ausbildung erlebt haben.

Viel Spaß beim Lesen!