LG Ellwangen

Der Gerichtsbezirk

Der räumliche Zuständigkeitsbereich des Landgerichts umfasst die Landkreise Heidenheim und Ostalb sowie Teile der Landkreise Schwäbisch Hall (Altkreis Crailsheim) und Main-Tauber (Altkreis Bad Mergentheim). Im Bezirk leben rund 585.000 Gerichtseingesessene.

Dem Landgericht zugeordnet sind die acht Amtsgerichte Aalen, Bad Mergentheim, Crailsheim, Ellwangen, Heidenheim, Langenburg, Neresheim und Schwäbisch Gmünd sowie 42 Notariate. Im Bezirk zugelassen sind ca. 400 Rechtsanwälte.

GerichtsbezirkDie vier erstinstanzlichen Zivilkammern und zwei Kammern für Handelssachen entscheiden im Jahr über rund 2.000 bis 2.500 Klagen, die Berufungskammer über rund 300 Berufungen gegen Zivilurteile der Amtsgerichte. Am Landgericht Ellwangen arbeiten 24 Richterinnen und Richter. Insgesamt hat das Landgericht 72 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Geschichte

Am 20. August 1748 wurde der Grundstein gelegt zum Neubau des Stiftsrathauses auf den Fundamenten des 1521 erbauten und 1746 abgerissenen alten Rathauses.

Auftraggeber war der Fürstprobst Franz Georg von Schönborn, Kurfürst und Erzbischof von Trier und Fürstbischof von Worms, der von 1732 bis 1756 regierte. Den Bau geplant und ausgeführt hat Stadt- und Landbaumeister Arnold Friedrich Prahl im barocken Stil der Zeit. Einer der berühmtesten deutschen Baumeister des Barock, Balthasar Neumann, wirkte bei der Planung mit.

Bereits am 07. Oktober 1748 konnte Richtfest gefeiert werden. Die Innenarbeiten wurden im Winter 1748/49 ausgeführt. Hervorragend schön sind die Türen und Portale des Baues ausgefallen. Die Stuckarbeiten im Inneren stammen aus der Hand des Italieners Giuseppe Albuzzio. Sehenswert ist auch das in Sandstein ausgeführte Treppengeländer.

Am 21. Oktober 1750 wurde das neue Rathaus bezogen. Im Erdgeschoss waren damals zwei Verkaufsläden, die städtische Wache mit dem Arrestlokal, die Kornschranne und die Stadtwaage, außerdem das Brodhaus und die Registratur untergebracht. Im ersten Obergeschoss befanden sich in großen prächtigen Räumen die fürstliche Regierung, das Stadtgericht, der geistliche Rat, die Forstbehörde und die Hofkammerkanzlei. Das zweite Obergeschoss enthielt weitere Räume für Regierung und Stadtverwaltung.

Beim Übergang der Probstei an das Herzogtum Württemberg im Jahre 1803 ließ der Kurfürst und spätere König Friedrich von Württemberg über das Hauptportal sein eigenes Wappen anbringen, wie es noch heute zu sehen ist.

Eine hervorragende Zierde für das Gebäude sind die beiden schmiedeeisernen Balkongitter, an denen der Ellwanger Schlossermeister Joseph Buchberger über zwei Jahre gearbeitet hat.

Seit 1854 ist das Stiftsrathaus Gerichtsgebäude und beherbergt heute die Verwaltung und Zivilkammern des Landgerichts.

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